Kalender mit InDesign

Wer denkt im Frühling schon an Kalender? Nun, ein Kalender muss nicht mit dem Januar beginnen. Und da ich es verpasst hatte, mich rechtzeitig um einen passenden Küchenkalender für das neue Jahr zu kümmern, begann ich eben im Februar einen solchen in InDesign zu erstellen und suchte nach der besten Möglichkeit.
- Die nahe liegende und aufwendige ist, einen Kalender als Vorlage zu nehmen und das Kalendarium abzutippen und entsprechend zu gestalten. Zu aufwendig.
- Als nächstes kommt die Frage: Gibt es da nicht ein Skript? Gibt es. Beispielsweise InDesign CS Calendar 1-CS, den Calender Wizzard oder ebenfalls bei Adobe Exchange den Calender Maker. Wenn dann aber das Skript aus dem englischen Sprachraum kommt (wie diese Beispiele), muss es selbst (wenn das überhaupt möglich ist) oder der Kalender übersetzt werden oder der Wochenbeginn liegt entgegen unseren Gewohnheiten auf dem Sonntag. Schließlich hat man auch hier auf die Gestaltung des Ergebnisses wenig Einfluss oder muss aufwendig nacharbeiten. Also eventuell eine relativ schnelle, aber keine optimale Lösung!
- Dritte Möglichkeit ist die Verwendung von Templates. Ein Beispiel für 2008 findet man ebenfalls bei Adobe Exchange.
Von der Tabellenkalkulation…
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich auf die eigentlich noch näher liegende Idee kam, die Kalenderdaten mittels Tabellenkalkulation selbst zu generieren und in InDesign weiter zu verwenden. Auf diese Weise sind an keiner Stelle der Entstehung des Kalenders Kompromisse in der Gestaltung erforderlich.
Excel und Kalender gehen gut zusammen und einmal nach diesen beiden Begriffen gegoogelt, ist man mit einer Fülle an Angeboten konfrontiert. Einen Bogen gemacht habe ich um die kostenpflichtigen und die, die nur mit Microsoft Excel, nicht aber mit Open Office (bzw. NeoOffice auf Mac) funktionieren.
Ein brauchbares Beispiel für meine Zwecke ist Marcus Roses (“ewiger”) Excel Kalender ein zweites Beispiel ist excelformeln.de, wo man unter anderem aus einer einzigen Formel einen kompletten Jahreskalender erstellen kann.

Zwar kann InDesign Excel-Dateien importieren, das wäre jedoch in diesem Fall nur die zweitbeste Lösung. Ich fand es besser, die Daten per Kopieren und Einfügen aus der Tabellenkalkulation nach InDesign zu bringen. Für dieses Verfahren ist der “Einformel-Kalender” ideal, weil über die Formatierungsmöglichkeiten in der Tabellenkalkulation genau angegeben werden kann, welche Informationen im Kalender angezeigt werden sollen. Im übrigen findet man auf dieser Website auch Formeln für die Feiertage.

Zellen formatieren in NeoOffice für Mac
Von 11 als Tagesdatum bis zu Montag, 11. Februar 2008 sind alle denkbaren Varianten möglich.
… zu InDesign
Es spricht sicherlich vieles dafür, ein Kalendarium in InDesign als Tabelle aufzubauen. Dennoch habe ich davon Abstand genommen. Warum? InDesign-Tabellen haben ein Manko: Es gibt keinen Textfluss von einer Zelle zu nächsten. Man müsste also bei dem hier anvisierten Verfahren die Kalenderdaten Tag für Tag oder Zelle für Zelle kopieren und einfügen. Schon wieder zu aufwendig.
Die Alternative ist, ein Raster aus Textrahmen aufzubauen, die dann für den Textfluss verkettet werden können. Das kann elegant mit Hilfe des Skriptes MakeGrid gemacht werden, das sowohl für CS2 als auch für CS3 mit InDesign als Beispielskript mitgeliefert ist und in der CS3er Version von Gerald Singelmann sogar eingedeutscht wurde.
Mit dem Skript in Petto legt man einen Rahmen in der Größe an, die für das Kalendarium vorgesehen ist. Auf diesen Rahmen wendet man dann das Skript an.

Die Zahl der Spalten und Zeilen hängt davon ab, ob das Kalendarium spalten- oder zeilenweise aufgebaut ist. In diesem Beispiel sind die Zeilen für die maximal 6 Wochen plus eine Zeile Beschriftung sowie Spalten für die 7 Wochentage plus eine Spalte für die Beschriftung. Ob ein Abstand zwischen Zeilen und Spalten angegeben wird, ist eine Frage der Gestaltung.

Dieses Raster ist die Grundform für ein monatliches Kalendarium. Jetzt müssen Spalten und Zeilen beschriftet werden und der Textfluss der eigentlichen Kalender-Textrahmen definiert werden. Dazu klickt man mit Auswahl-Cusor auf den Ausgang des ersten Textrahmens und und klickt dann mit gedrückter Alt-Taste alle Rahmen in der Reihenfolge, in der die Information aus der Tabellenkalkulation einfließen soll.

Hier können jetzt die Daten aus der Tabellenkalkulation einfließen. Bei diesem Beispiel benötigen wir lediglich den Tag.

Hier ist die Spalte für März so formatiert, dass nur der Tag angezeigt wird.ü>
Diese Daten kann man nun in das vorbereitete Rahmengerüst einfügen. Damit der Cursor beim Wochentag steht, an dem der Monat beginnt, fügt man Rahmenumbrüche in die davor stehenden Rahmen ein oder löscht einfach die nicht benötigten Rahmen.

Unter Umständen sind dann mehrere Tage in einem Rahmen. Das behebt man, indem der ganze Text ausgewählt und per Absatz | Umbruchoptionen…, Absatzbeginn: Im nächsten Rahmen angegeben wird.
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Mit entsprechenden Objekt-, Absatz- und Zeichenformaten ist es so möglich, Templates anzulegen, die mit kleinem Aufwand individuell gestaltete Kalender ermöglichen.

Auch andere Kalender-Gestaltungen sind auf diese Weise machbar:

Tags: tipp
03. März 2008 at 10:24
Hallo Robert,
Hammer Post! Vielen Dank für diese Informationen!!!!!
Gruß
Tim
03. März 2008 at 20:40
Hallo!
Sehr interessante Kombination.
Vielen Dank für die Information.
Gruss,
Mark Weller
14. April 2008 at 22:20
super danke!
20. Mai 2008 at 14:51
[...] Problem bei Erstellung von Kalender Nicht exakt das, was Du suchst, abber vielleicht hilft es: Kalender mit InDesign [...]
18. November 2008 at 01:38
ja, kann mich nur anschließen… klasse tutorial für ein immer wiederkehrendes thema..
11. Januar 2009 at 13:10
Ich habe mich auch gerade ein Kalender in ID gestaltet und da muss sagen diese Tipps waren wirklich hilfreich
gerne mehr
05. September 2009 at 10:45
Herzlichen Dank für die wunderbaren Tipps, hat mir viel Zeit – und vor allem Nerven – gespart