InDesign Voreinstellungen (14): Schwarzdarstellung

Mit den Voreinstellungen in InDesign hat so mancher InDesigner seine Probleme. Da sie immer umfangreicher werden, man sie aber eher selten braucht, geht es auch mir manchmal so, dass ich hilflos durch die Einstellungen klicke – auf der Suche nach einem bestimmten Punkt und ohne überhaupt die Funktion aller Punkte zu kennen. Deshalb habe ich mir vorgenommen, sie nach und nach abzuarbeiten, um so einen kompletten Überblick über die Voreinstellungen in InDesign CS3 zu bekommen.

Die bisherigen Folgen:
InDesign Voreinstellungen
(1): Allgemein
(2): Benutzeroberfläche
(3): Eingabe
(4): Erweiterte Eingabe
(5): Satz: Teil 1 (Markieren)
(5): Satz: Teil 2 (Konturenführung)
(6): Einheiten & Einteilungen
(7): Raster
(8): Hilfslinien und Montagefläche
(9): Wörterbuch
(10): Rechtschreibung und Autorkorrektur
(11): Notizen
(12): Textmodusanzeige…
(13): Anzeigeleistung

Jeder, der schon mit der früher so genannten “Schwarzen Kunst” zu tun hatte, weiss, dass Schwarz nicht gleich Schwarz und “Schwarz” nicht gleich [Schwarz] ist. Je nach Druckverfahren und Bedrucktstoff ist Schwarz auch mal grau und InDesign macht feine Unterschiede zwischen “Schwarz” und [Schwarz].

Voreinstellungen Schwarzdarstellung

Mit diesen Einstellungen lässt sich am Monitor und auf Nicht-Postscript-Druckern simulieren, wie “reines Schwarz” dargestellt wird. “Reines Schwarz” bekommt man in InDesign mit der Auswahl von [Schwarz] oder 0% Cyan, 0% Magenta, 0% Yellow, 100% Schwarz. “Tiefes Schwarz” hingegen setzt sich aus mehreren CMYK-Farben zusammen, um auf dem Papier ein “satteres” Schwarz zu erhalten.

Bild mit tiefem Schwarz auf einer Fläche mit reinem Schwarz platziert

Bild mit tiefem Schwarz auf einer Fläche mit reinem Schwarz platziert – so könnte es gedruckt aussehen.

Dem widerspricht eine RGB-Monitor-Darstellung von Schwarz mit 0% Rot, 0% Gelb, 0% Blau als sattem Schwarz.

Alle Schwarztöne werden als tiefes Schwarz ausgegeben

Alle Schwarztöne werden als tiefes Schwarz angezeigt.

Mit der Einstellung Alle Schwarztöne korrekt anzeigen stellt InDesign deshalb im Voreinstellungspanel reines Schwarz mit 64% Rot, 64% Gelb, 65% Blau dar. In der Beschreibung, die im Panel erscheint, wenn man mit dem Mauszeiger über die entsprechenden Bereiche fährt, heißt es aber, dass der Unterschied zwischen reinem und tiefem Schwarz in Wirklichkeit weniger deutlich ausfällt als hier dargestellt.

Beschreibung der Funktion in den Voreinstellungen

In der Beschreibung wird darauf hingewiesen, dass der Unterschied zwischen reinem und tiefem Schwarz am Monitor nicht so deutlich zu sehen ist, wie im Panel “Schwarzdarstellung”

Tatsächlich wird es stark von Monitorqualität und -Einstellung abhängen, ob der Unterscheid zwischen tiefem und reinem Schwarz sichtbar ist. Im Beispielbild ist das tiefe Schwarz C 67% M 65% Y 78% K 91%. Der Unterschied zum reinen Schwarz ist am iMac 24 Zoll-Monitor mit etwas Mühe noch zu erkennen. Mit dem Farbmesser sieht man bei den RGB-Werten, wie minimal der Unterschied tatsächlich ist.

Tiefes Schwarz und reines Schwarz mit den Digtialcolor Farbmesser-Ergebnissen

Die RGB-Farbwerte auf dem Monitor gemessen, zeigen den geringfügigen Unterschied zwischen tiefem Schwarz (links) und reinem Schwarz (rechts)

Einstellung, dass System-Schwarz immer überdruckt

Das ist möglicherweise die wichtigere Einstellung auf diesem Panel. Sie bestimmt, dass das Standard- [Schwarz] immer überdruckt, eine Vorgabe, die in den meisten Fällen sinnvoll ist. Benötigt man ein Schwarz, das nicht überdruckt, so kann eine eigene Farbe “Schwarz” definiert werden. Durch das Vorhandensein eines zweiten Schwarz wird man selbst oder ein Kollege auch gleich darauf aufmerksam, dass vom Standard abgewichen wurde.

Schwarze Schrift auf einem magenta Feld

Stndard-Schwarz überdruckt, eigenes Schwarz nicht

[Schwarz] überdruckt, “C=0 M=0 Y=0 K=100″ überdruckt nicht.

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