Mit InDesign CS4 sind uns “Smart Guides” als intelligente Hilfe für das Ausrichten von Elementen auf der Seite angekündigt worden. Aber auch die Linealhilfslinien bis CS3 bieten einige smarte Möglichkeiten, wenn man sie denn nur kennt.
1. Die Standardfarbe
Vermutlich 99% aller InDesign Dokumente enthalten Hilfslinien in der Farbe cyan. Warum das so ist? Hilfslinien, die aus dem Lineal auf das Dokument gezogen werden, erhalten die Farbe, die unter eingestellt ist. Und das ist standardmäßig cyan.

Hilfslinien müssen nicht immer cyan sein. Hier kann die Standardfarbe eingestellt werden.
2. Ebenen
Werden Hilfslinien durch Anklicken ausgewählt, so ändern sie ihre Farbe. Sie übernehmen dann die Farbe der Ebene, sodass sofort identifiziert werden kann, welcher Ebene eine Hilfslinie zugeordnet ist. Bekanntlich haben auch Rahmenkanten die Farbe der Ebene. Hilfslinien kehren aber im Gegensatz zu diesen wieder zur Standardfarbe zurück, wenn sie nicht ausgewählt sind.

Ausgewählte Hilfslinien zeigen sich in der Farbe der Ebene, auf der sie sich befinden.
3. Anziehend
führt dazu, dass Objekte von Hilfslinien angezogen werden. Umgekehrt geht es auch: Zieht man eine Hilfslinie auf einen Anfasser eines aktivierten Objektes, so rastet die Hilfslinie am Objekt ein.

Hilfslinien an Objekte statt Objekte an Hilfslinien
Unter kann der Ausrichtungsbereich festgelegt werden, d.h. der Bereich, in dem der “Magnetismus” wirkt, standardmäßig sind das 4 Pixel.
4. Millimetergenau
23,849 und ähnlich krumme Werte findet man meist bei den Hilfslinien. Dabei wäre es einfach, Hilfslinien millimetergenau zu platzieren: Das Drücken der Umschalttaste beim Ziehen der Hilfslinien lässt diese an den Einteilungsstrichen der Lineale einrasten.

5. Übersicht

Wenn die Zahl der Hilfslinien eine gewisse Größe übersteigt, werden sie kontraproduktiv. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, das zu vermeiden. Man kann unterschiedliche Farben für unterschiedliche Kategorien von Hilfslinien verwenden (siehe 1): z.B. bekommen Hilfslinien für Objekte auf der Seite eine andere Farbe als Hilfslinien, die Formate begrenzen. Man kann Hilfslinien auf Ebenen verteilen und so ein- und ausblenden (siehe 2). Man kann mit dem so genannten Anzeigeschwellenwert arbeiten, der für jede einzelne Hilfslinie festlegen kann, bis zu welcher Darstellungsgröße des Dokumentes am Bildschirm sie angezeigt wird.

Auch hier ist die Standardeinstellung von 5% wenig hilfreich, da 5% der kleinste Darstellungsmaßstab ist und die Hilfslinien bei dieser Einstellung also immer angezeigt werden. Je nach Größe des Dokumentes, das man bearbeitet, kann es sinnvoll sein, hier eine andere Einstellung vorzugeben. Eine Abkürzung für das Einstellen eines Anzeigenschwellenwerts ist es, beim Ziehen der Hilfslinie aus dem Lineal die Alt- bzw. Options-Taste gedrückt zu halten. Dann bekommt die Hilfslinie den momentanen Darstellungsmaßstab als Schwellenwert, d.h. bei einer kleineren Bildschirmdarstellung als der aktuellen wird diese Hilfslinie dann nicht mehr angezeigt.
6. Hilfslinien sind auch nur Linien
Zumindest können viele Aktionen, die mit Linien ausgeführt werden können, auch mit Hilfslinien gemacht werden: Sie können über das Kontroll-Bedienfeld exakt positioniert werden; sie können kopiert und eingefügt werden, auch in ein neues Dokument; sie können per vermehrt werden; alle Funktionen des Ausrichten-Bedienfelds funktionieren auch mit Hilfslinien.
7. Auch Hilfslinien haben ein Kontextmenü
Wer hat’s gewusst? Der Ctrl- bzw. Rechtsklick auf eine Hilfslinie fördert ein Menü zu Tage, das alle Optionen für vorhandene Hilfslinien versammelt.

8. Hilfslinien erstellen
Auch nicht gerade berühmt ist der Menüpunkt .

Gut geeignet, um ein Raster von Hilfslinien anzulegen
Zwar können auch hier “Spalten” mit “Steg” angelegt werden, sie verfügen allerdings nicht über die Funktionalität für das Platzieren von Text, wie die Spalten, die unter angelegt werden können.
9. Zwei auf einen Streich
Gleich zwei Hilfslinien auf einmal können angelegt werden, wenn mit gedrückter Cmd- bzw. Ctrl-Taste aus dem Linealschnittpunkt gezogen wird. Auch hier funktioniert das in Punkt 3 erwähnte Einrasten der Hilfslinien, wenn sie auf einen Anfasser eines ausgewählten Objektes gezogen werden.

10. Löschen
Alte DTP-Hasen sieht man gelegentlich, Hilfslinien aus dem Dokument herausziehen. Löschen von Hilfslinien hat einmal so funktioniert. Aber auch hier gilt, dass Hilfslinien nur Linien sind und so können sie per Auswahlwerkzeug ausgewählt und mit der <--Taste gelöscht werden. Nicht jedem geläufig ist das Tastaturkürzel Cmd+Option+G bzw. Ctrl+Alt+G, mit dem alle Hilfslinien aktiviert und gelöscht werden können. Auch das Bedienfeld Hilfslinien erstellen… enthält die Möglichkeit, alle vorhandenen Hilfslinien zu löschen.
11. Ebenenoptionen
Das Bedienfeld Ebenenoptionen erhält man mit einem Doppelklick auf den Namen der Ebene und hier können ebenspezifisch Einstellungen für Hilfslinien vorgenommen werden.

12. Das Skript
Das InDesign-Skript AddGuides, das bei der CS3-Installation automatisch installiert wird, in der übersetzten Version als Hilfslinien hinzufügen erhältlich, ergänzt aus Punkt 8.


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