Kürzere Schriftmenüs in InDesign

Schriftmenüs in InDesign neigen häufig dazu, ziemlich lang zu werden. Ein prall gefülltes Menü mag einem das Gefühl geben, aus dem Vollen schöpfen zu können, gleichzeitig kann es aber sehr lästig sein, in einer langen Liste herumzustochern, um eine bestimmte Schrift zu finden. Dazu kommt, dass viele geladene Schriften auch die Ressourcen des Programms in Anspruch nehmen.

Zu viele Schriften im Menü

Niemand benötigt so viele Schriften für ein Projekt. Dennoch findet man auf vielen Rechner noch längere Schriftmenüs

Es spricht also vieles für ein übersichtliches Schriftmenü in InDesign. Wenn es aber doch nicht dazu kommt, so liegt es häufig daran, dass es nicht immer ganz einfach ist, unerwünschte Schriften aus dem Menü heraus zu bekommen.

Ein Schriftmenü, das nur die für die augenblickliche Arbeit relevanten Schriften enthält, erreicht man besten mit einem Schriftverwaltungsprogramm wie z.B. dem FontExplorer von Linotype, den es trotz neuer, kostenpflichtiger Version auch noch in einer kostenlosen Variante gibt. Die Apple-Schriftenverwaltung in OS X ist weniger empfehlenswert und sollte keinesfalls gleichzeitig mit einem anderen Schriftverwaltungsprogramm verwendet werden.

Das wesentliche Problem beim Kürzen von Schriftmenüs ist das Zusammenspiel von Betriebssystem und Schriftverwaltung. Häufig gibt es Schriften, von denen die Schriftverwaltung nichts weiss und die deshalb auch nicht deaktiviert werden können. Gleichzeitig ist es nicht immer unproblematisch, Schriften in andere Verzeichnisse zu verschieben, da sowohl das Betriebssystem als auch Programme darauf angewiesen sind, dass bestimmmte Schriften in bestimmten Verzeichnissen zu finden sind.

Solche Eingriffe in das System sollte man immer so vornehmen, dass man sie wieder rückgängig machen kann. Unbedachtes Verschieben von Schriften kann zu unerwarteten Folgen bei Betriebssystem oder Programmen führen.

Schriften in OS X 10.4 und 10.5

Drei Verzeichnisse enthalten die Schriften, mit denen das Betriebssystem und die mit dem System installierten Programme arbeiten:


OS X 10.5
OS X 10.3/4
Pfad zu den Systemschriften von OS X
AppleGothic.ttf

Geneva.dfont

Helvetica.dfont

HelveticaNeue.dfont

HelveLTMM

Helvetica LT MM

Keyboard.dfont

LastResort.dfont

LucidaGrande.dfont

Monaco.dfont

Times LT MM

TimesLTMM

(siehe Apple Support Dokument: Mac OS X 10.5: Fonts list)

AppleGothic.dfont

Courier.dfont

Geneva.dfont

Helvetica.dfont

Keyboard.dfont

LastResort.dfont

LucidaGrande.dfont

Monaco.dfont

(siehe Apple Support Dokument: Mac OS X 10.4: Fonts list)

In diesem Verzeichnis liegen die lebenswichtigen Schriften für das Betriebssystem. Vorsicht: Wird hier eine Schrift zu viel entfernt, kann das die Funktion erheblich beeinträchtigen. Die für die beiden Systemversionen aufgelisteten Schriften müssen unbedingt bleiben.

Der InDesign-Installer kopiert seit CS3 die Adobe-Schriften ebenfalls in diesen Ordner. (siehe unten)

Pfad zu den OS X Schriften

Dieses Verzeichnis mit Systemschriften enthält zum einen Schriften, die nicht für das System selbst aber für Programme erforderlich sind, Courier oder Times gehören dazu. Zum zweiten sind in diesem Verzeichnis internationale Zeichensätze, deren Installation aber bei der Systeminstallation verhindert werden kann.

Aus diesem Verzeichnis können Schriften entfernt werden. Allerdings sollte man diese Schriften in einen Ordner verschieben, aus dem sie leicht wieder zurück kopiert werden können, falls Programme nicht mehr richtig funktionieren oder die Darstellung am Bildschirm sich verändert hat.

Benutzerbezogener Schriftenordner

OS X als Mehrbenutzersystem bietet auch die Möglichkeit, Schriften nur bestimmten Nutzern zu Verfügung zu stellen, diese gehören dann in diesen Ordner.

Benutzerbezogener Schriftenordner

Benutzerbezogener Schriftenordner

Ist OS X für mehrere Benutzer eingerichtet, können für jeden Benutzer eigene Schriftenordner vorhanden sein. Diese Schriften sind dann nur für den jeweiligen Benutzer verfügbar.

Schriften und InDesign

Adobe selbst sorgt dafür, dass Schriftmenüs gefüllt werden. Mit jeder Installation einer Creative Suite-Anwendung verschenkt Adobe einige Schriften. Das ist zunächst erfreulich, allerdings kann man die Installation auch nicht verhindern und nur die Lektüre der “Bitte Lesen-Dateien” informiert über den Ort, an den die Schriften gelegt werden.

InDesign CS2-Icon

Mit InDesign CS2 werden die von Adobe mitgelieferten Schriften in diesen Ordner gelegt:

Pfad zu den Schriften bei CS2

Diese Schriften können problemlos verschoben werden.

Diese Schriften sind nur InDesign zugänglich. Das InDesign CS2 Bitte lesen-PDF im Programmordner verrät, welche Schriften wohin installiert werden.

Seit InDesign CS3 hat sich eine Änderung bei der standardmäßigen Installation von Schriften ergeben. Die Schriften kommen jetzt in den folgenden Ordner:

Pfad zu den Adobe-Schriften bei CS3

Auch hier kann man in der Datei InDesign CS3 Bitte lesen im Programmordner erfahren, welche Schriften in diesen Ordner kopiert werden.

Der neue Ort, an den die Schriften seit CS3 gespeichert werden, hat den Vorteil, dass sie nicht nur Adobe-Programmen zugänglich sind, sondern mit allen Programmen benutzt werden können, da das Verzeichnis ein Standardverzeichnis für Schriften unter OS X ist.

Dieser Ordner enthält die Systemschriften für OS X. Dass Adobe seine Schriften in diesen Ordner legt, hat einen Nachteil: Der Anwender, der seine Schriften aufräumen will, ist gezwungen, einen Schriftenordner anzufassen, bei dem Fehler dazu führen können, dass das System nicht mehr funktioniert.(siehe oben)

Nur die Schriften, die bei der InDesign-Installation in diesen Ordner kommen, sollten verschoben werden.

Mit InDesign CS4 werden die Schriften an die gleiche Stelle wie in CS3 gelegt.

Pfad zu den Schriften bei CS4

In der Datei InDesign CS4 Bitte lesen.pdf erfährt man, welche Schriften wohin kommen. Online gibt es eine Dokumentation über Schriften und die Creative Suite 4

Nur die Schriften, die bei der InDesign-Installation in diesen Ordner kommen, sollten verschoben werden.

Da es sich bei den installierten Schriften um neuere Versionen bereits vorhandener handeln kann, geht InDesign CS4 bei der Installation intelligenter vor, indem die alten Schriftversionen, die durch neuere ersetzt werden, in ein anderes Verzeichnis verschoben werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Schriften an den Stellen sind, an die sie bei der ursprünglichen Installation gelegt worden sind.

Pfad zu den archvierten Schriften

Es gibt zudem auch die Möglichkeit, Schriften ausschließlich für InDesign verfügbar zu machen, indem sie in einen “Fonts”-Ordner im Programmordner gelegt werden. Auch Windows-Schriften, die von OS X nicht akzeptiert werden, können in diesen Ordner gelegt werden und funktionieren dann mit InDesign.

Schriften im Programmordner

Schriftenordner im Programmordner

Schriftenordner im Porgrammordner

Diese Schriften können problemlos verschoben werden.

Je nach Systemkonfiguration kann der Pfad zum Programmordner von InDesign beispielsweise aber auch mal so aussehen:

Anderer Pfad zur Applikation

Die einzigen Schriften, deren Entfernen die Funktion von InDesign beeinträchtigen kann, sind in diesem Ordner:

Schriften, die für die Funktion von InDesign erforderlich sind

Verschiebt man die Schriften, bei denen das gefahrlos möglich ist, in das zentrale Verzeichnis des Schriftverwaltungsprogramms, so ist ein großer Teil der Schriften aktivierbar und deaktivierbar. Die Programme erlauben es auch, projektbezogene Schriftengruppen zu erstellen, sodass übersichtliche Schriftmenüs ohne Aufwand möglich sind.

Schriften im Menü mit unklarer Herkunft können von Programmen herrühren, die sich nicht an die OS X-Gepflogenheit halten. Bei Neo Office sind beispielsweise Schriften im Programmcode integriert und so nicht ohne weiteres zu finden.

Schriftart suchen findet Schriften auf dem System

Bei solchen Schriften kann es auch vorkommen, dass das Schriftverwaltungsprogramm nichts von ihnen weiss, sie also auch nicht über das Programm deaktiviert werden können. Für das Auffinden der Schrift in den Untiefen des Betriebssystems kann dann Schriftart suchen… in InDesign weiter helfen: Man weist einem Text die obskure Schrift zu und klickt diese im Schriftart-suchen-Fenster an und erhält so genaue Informationen und den Pfad zur Schrift.

Da das Thema hier keineswegs umfassend abgehandelt worden ist, folgen hier noch einige Hinweise auf weitere (und teilweise fundiertere) Beiträge zum Thema:

Schriften und OS X absatzsetzer.de
Schrift-Kompatiblität zwischen PC und Mac absatzsetzer.de
Font Management in OS X Der umfangreichste und fundierteste englischsprachige Beitrag zum Thema
Mac OS X 10.5: Fonts list Apple Support Dokument
Mac OS X 10.4: Fonts list Apple Support Dokument
Mac OS X: Issues After System Fonts Removed or Relocated Apple Support Dokument
Neue Fontverhältnisse unter Leopard Beitrag im Fontblog über die Neuerung in OS X 10.5 Leopard
Wo findet InDesign Fonts auf dem Mac? Antwort von Jochen Uebel im SMI-Blog
CS4 Font Installation InDesign Secrets über CS4 und Schriften

Ein spezielles Thema, das hier nicht behandelt wurde, betrifft Konflikte zwischen der Schrift Helvetica, die mit dem System installiert wird und von diesem benötigt wird und eventuell bereits vorhandenen Helvetica-Schriften:

MYTHS ABOUT HELVETICA AND MAC OS X 10.5 (LEOPARD) Ralf Herrmann’s in seinem Typography Weblog (auch in deutscher Sprache)
Mac OS X 10.5 Leopard und die Helvetica & Helvetica Neue Problematik Ferdinand Fuchs zum Thema
Helvetica-Emanzipation unter Mac OS X Vom Fontblog

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Dokument-installierte Schriftarten | absatzsetzer.de - 15. November 2011

    [...] sind hier immer mal wieder ein Thema. Zwar ist der Umgang mit Schriften in InDesign bei richtiger Installation weitgehend [...]

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