Smart Layout
Freitag, 27. März 2009Bekämen zwei InDesigner die Aufgabe, das gleiche Layout zu erstellen, wäre das Ergebnis das gleiche, die Art und Weise, wie es erreicht worden ist, könnte allerdings höchst unterschiedlich sein. Wer mit Dateien anderer Designer, seien es Kollegen oder Kunden, arbeiten muss, macht die Erfahrung, dass jeder beim Layouten mit InDesign sozusagen seinen eigenen “Stil” hat.
Aber nicht immer sind es nur “Geschmacksfragen”. Häufig findet man auch, dass die Arbeitsweise nicht optimal ist, nicht die Möglichkeiten des Programms ausschöpft oder auch einfach zu falschen Ergebnissen führt. Vor allem auch bei Dateien, auf die von einem selbst oder von Kollegen irgendwann wieder zurückgegriffen wird, sollte man so arbeiten, dass das Layout klar und verständlich ist und die Optionen des Programms auch nutzt.
Aus meiner Erfahrung mit eigenen und fremden Dateien möchte ich in loser Folge an einigen kleinen Beispiele zeigen, wie ein intelligentes Layout aussehen sollte und wo es nicht mehr nur um Geschmacksfragen geht.
Weniger ist mehr

Als erstes könnte hier der untere Textrahmen an den Inhalt angepasst werden. Allerdings sind hier überhaupt zu viele Rahmen verwendet. Bis InDesign CS2 hat die Methode, Textrahmen auf einen Rahmen mit Fläche zu legen, ihre Berechtigung, da dort nur die Rahmen als Ganzes transparent werden konnten, nicht aber Text, Fläche und Kontur jeweils für sich. Ab InDesign CS3 sollte aus den drei Rahmen einer werden:

Nur noch ein Textrahmen.
Unter ist nur die Deckkraft der Fläche reduziert, unter ( cmd + B ) kann der Versatzabstand (der Abstand des Textes zum Rahmen, viel exakter als oben) eingestellt werden, mit ( cmd + Alt + C ) bekommen wir die exakt richtige Größe des Textrahmens; den Abstand zwischen Titel und Text geben wir als Abstand nach an.
Abstand mit Abstand

Nur im Vorschaumodus (links) sehen diese Absätze unschuldig aus. Dahinter verbirgt sich allerdings ein wüstes Gemisch aus Absatzumbruch und Hartem Zeilenumbruch, das so durchaus in freier Wildbahn gesehen werden kann. Manchmal entstehen solche Dinge, wenn Texte geliefert werden, in denen der Textlieferant bereits “gestaltet” hat. Mir fällt keine Konstellation ein, in der es sinnvoll sein könnte, zwei Absatzumbrüche oder gar Absatz- und harten Zeilenumbruch hintereinander zu haben. Spätestens dann, wenn dieses Layout bearbeitet werden muss und etwa die Absatzabstände verändert werden sollen, rächt sich es sich, wenn man Return (oder Umschalt + Return ) der Angabe eines Absatzabstandes vorgezogen hat.

Hier sind die Absatzumbrüche artgerecht eingesetzt
Ende gut?
Zwar hat schon InDesignCS2 irgendwann gelernt, dass ein Absatzumbruch als letztes Zeichen in einem Textrahmen nicht bedeuten muss, dass danach noch Text kommt und es unterlassen, das rote Pluszeichen als Hinweis auf Übersatztext zu zeigen. Macht man es sich allerdings zur Regel, Textrahmen immer an den Inhalt anzupassen, so kann es dennoch sinnvoll sein, die überflüssigen Absatzumbrüche zu vermeiden. (Mehr zu diesem Thema: Removing the Paragraph Return at the End of Story)

InDesign berücksichtigt den Textendemarker. Der Rahmen ist nicht korrekt an den Inhalt angepasst.
Enthält der letzte Absatz auch noch eine Abstand nach-Formatierung, so wird auch diese beim berücksichtigt.

Seit InDesign CS3 können diese unnützen Absatzumbrüche im übrigen mit einer GREP-Suche dingfest gemacht werden. Der Suchstring lautet “\s+\Z”. Näheres dazu im genannten InDesignSecrets-Artikel.