Was man beim Text-Export für Dreamweaver aus InDesign beachten könnte

Die Schranken zwischen Print- und Online-Publikation fallen. Für den kleineren Bedarf bietet InDesign die Option, Inhalte aus InDesign-Dokumenten nach XHTML zu bringen. Wenn bei Anlage der Dokumente bestimmte Dinge beachtet werden, können auf dem weiteren Weg der Inhalte ins Internet Stolpersteine vermieden werden.

Hilfe zum Exportieren von Inhalt in Dreamweaver findet man in der InDesign-Hilfe. In diesem Beitrag geht es um die Details, die bei der Anlage von Dokumenten berücksichtigt werden sollten, die (auch) für die Export nach HTML vorgesehen sind.

1. Zeilenumbruch

Es muss immer bedacht werden, dass der Text auf der Webseite anders fließen wird als im InDesign-Dokument. Je nach Gestaltung der Seite ist der Textfluss variabel, sodass Texteile, die in InDesign in der Mitte der Zeile stehen, im Web an deren Anfang oder Ende stehen können.

Ein Zeilenumbruch innerhalb eines Absatzes sollte nicht mit Absatzschaltung (Return) oder Harter Zeilenschaltung (Umschalt+Return) erzwungen werden. Solche Einfügungen unterbrechen den Textfluss auch im HTML, was in der Regel nicht erwünscht ist.

Zeilenumbrüche

2. Trennungen

Komplett verboten ist es immer in InDesign, Trennungen mittels Minus-Zeichen und Zeilenschaltung einzufügen. Erlaubt hingegen ist der bedingte Trennstrich (Ctrl+Umschalt+- bzw- Befehl+Umschalt+-). Letzterer wird nämlich beim Export für Dreamweaver ignoriert; automatische Trennungen werden ohnehin nicht berücksichtigt. Der Browser kann keine Silbentrennung.

Trennungen nicht per Zeilenumbruch!

Die (verbotene) Trennung mit Zeilenschaltung führt in HTML zu Absätzen. Mit der bedingten Trennung bei ge-macht geschieht das nicht.

3. Abstand

Zwar sollten Abstände zwischen Absätzen nicht mit Zeilenschaltungen gemacht werden. Allerdings ignoriert InDesign beim Export diese leeren Absätze.

Nicht ignoriert werden andererseits die Harten Zeilenschaltungen (Umschalt+Return). Diese dürfen deshalb nur verwendet werden, wenn auch im HTML-Dokument ein Zeilenumbruch erscheinen soll. Abstände werden in HTML grundsätzlich per StyleSheet (CSS) definiert.

Zeilenschaltungen

Leere Absätze werden beim Export ingoriert (links). Harte Zeilenschaltungen hingegen werden als Zeilenumbrüche nach HTML exportiert (rechts).

4. Textfluss

Beginnend bei der Überschrift sollten alle Text-Teile eines Artikels immer in der richtigen Reihenfolge verkettet sein. Dann kann der ganze Text ausgewählt und exportiert werden. Ansonsten wird in der Reihenfolge, in der die Objekte angelegt wurden, exportiert.

5. Formatierungen

Sollen die Formatierungen weiter verwendet werden, so muss mit Absatz,- Zeichen- und Objektformaten gearbeitet werden. Direkte lokale Formatierungen können zwar beim Export in HTML berücksichtigt werden (Lokale Formatierungen beibehalten), machen aber den HTML-Code unnötig komplex.

Zeichen-, Absatz- und Tabellenformate erscheinen im CSS des HTML-Dokumentes. Das ist bei der Benennung der Formate zu beachten. Sonderzeichen sind verboten, lange Formatbezeichnungen sowie das Verschachteln der Formate in Ordnern, das im Normalfall die Übersicht fördern kann, ist hier eher kontraproduktiv.

Formate in der Cascading Style Sheets

Links lokale Formatierung; Rechts: Formatierung mit Zeichenformat “bold”
Lokale Formatierungen sollten besser mit Zeichenformaten vorgenommen werden

Man neigt leicht dazu, Formate nach der Optik und nicht nach der Struktur des Textes zu verwenden, indem man beispielsweise ein Absatzformat für eine Zwischenüberschrift auch noch für die Bildlegenden verwendet, weil sie gleich aussehen. Das ist schon keine so gute Idee, wenn man in InDesign bleibt, weil etwa die Änderung der Bildlegenden dann auch die Zwischenüberschriften mit ändert, obwohl das vielleicht gar nicht gewünscht ist. Da die HTML-Seite aber in aller Regel ohnehin anders gestaltet ist als die gedruckte Seite, ist man darauf angewiesen, dass unterschiedliche Textarten auch unterschiedlich formatiert werden können.

6. Geschützte Leerzeichen

gibt es auch in HTML ( ). Das heißt, sie werden auch aus dem InDesign-Dokument übernommen. Entsprechend sorgfältig sollten sie in InDesign eingesetzt werden, etwa da, wo ein Umbruch zwischen zwei Wörtern vermieden werden soll. Entsprechend den Anmerkungen zum Zeilenumbruch ist es auch sinnvoll, schon in InDesign solche Umbrüche zu unterbinden, auch wenn sie hier gar nicht am Zeilenende stehen.

Der Geschützte Trennstrich hingegen vermeidet in HTML nicht den Umbruch an dieser Stelle.

Geschützte Leerzeichen

Geschützte, also nicht umbrechende, Leerzeichen kommen aus InDesign nach HTML.

7. DIVs

Werden für bestimmte Text-Teile eigene Container-DIVs benötigt, so werden diese in InDesign in einen eigenen Rahmen gestellt. Diese Rahmen werden mit einem Objektstil formatiert (der keine weiteren Formatierungen enthalten muss). Der Objektstil erscheint dann als Klasse des DIVs ('<div class="text">').

9. Einzüge

Auch das sieht man immer noch häufig: Texteinzüge mit Leerzeichen oder Tabulatoren realisiert: Ein weiteres Beispiel für Textgestaltung à la Schreibmaschine! In InDesign werden solche Dinge mit Einzügen im Absatzbedienfeld realisiert. Der Export für Dreamweaver allerdings verzeiht diese Sünden, indem solche Leerzeichen und Tabulatoren einfach ignoriert werden. (siehe auch unter 1.)

10. Sonderzeichen

werden beim Export in der Regel nicht konvertiert. Sie erscheinen nicht als named entities (&reg;) oder als numerische Notation (&#174;), bedürfen also der besonderen Aufmerksamkeit beim Überprüfen der Darstellung im Browser.

11. Tabellen

die auch also solche in Dreamweaver ankommen sollen, müssen mit der InDesign-Tabellenfunktion angelegt werden. “Schein”-Tabellen nur mit Tabulatoren erscheinen in HTML nicht als Tabellen. Außerdem ist es empfehlenswert, die Tabelle mit Formaten (für Tabelle und Zellen) zu versehen.

Tabellen in InDesign anlegen

Tabulatoren gibt es in HTML nicht. Deshalb erscheinen InDesign-Tabellen, die nicht mit der Tabellenfunktion engelegt sind, nicht korrekt in HTML

12. Aufzählungen

Seien es Listen mit Aufzählungszeichen oder nummerierte, Listen müssen in InDesign als solche angelegt werden, wenn sie in HTML ebenfalls als Listen erscheinen sollen.

Listen in InDesign anlegen

Nur wenn Listen in InDesign als solche formatiert werden, erscheinen sie in HTML ebenso als Listen und können entsprechend mit Styles formatiert werden.

13. URLs

die mit dem Hyperlink-Bedienfeld ordnungsgemäß angelegt werden, kommen richtig im HTML-Dokument an. InDesign verfügt auch über die Funktion URLs in Hyperlinks konvertieren, die allerdings nur dann zuverlässig funktioniert, wenn die URLs im InDesign-Dokument korrekt stehen: “www.absatzsetzer.de” oder “google.de” funktionieren beim Export für Dreamweaver nicht. Nur wenn man diese im Hyperlinks-Bedienfeld anlegt, kann man sicher sein, dass sie korrekt funktionieren.

Urls erkennen ist Glücksache

InDesign versucht, Hyperlinks im Dokument zu erkennen, mit bescheidenem Erfolg. Zwar werden korrekt und voll ausgeschriebene URLs richtig erkannt und umgesetzt. Aber auch verstümmelte URLs wie “google.de” werden “erkannt” und wandern in ihrer verstümmelten Form in HTML.

14. Dateinamen

Bei der Benennung der Dateien sollten die Beschränkungen für Dateinamen im Internet beachtet werden. Am besten ist es, sich auf einfache Buchstaben, Ziffern und Bindestriche zu beschränken. Photoshop beispielsweise “denkt mit” und ersetzt ungefragt Leerzeichen im Dateinamen mit einem Unterstrich, was leicht zu einem Durcheinander führen kann.

Auch hier kann es die Arbeit erleichtern, wenn man kurze Dateinamen verwendet und die Struktur des Dokumentes in den Namen der Bilddateien berücksichtigt.

Für den Export für ePubs sind andere bzw. weitere Anforderungen an das InDesign-Dokument gestellt.

Adobe zu diesem Thema: Working With Styles, CSS, and XML in Adobe InDesign CS4

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One Response to Was man beim Text-Export für Dreamweaver aus InDesign beachten könnte

  1. Daniel Groß 25. Mai 2011 at 20:40 #

    Zu 2. Trennungen/6. Geschützte Leerzeichen:
    Eigentlich schade, dass InDesign den bedingten Trennstrich nicht umsetzt, wo es doch in html das Zeichen ­ gibt. Ebenso wie den ‘Nonbreaking hyphen’, den geschützten Trennstrich der in html mit ‑ kodiert wird. Vielleicht haben sich die Entwickler von Adobe da auch von der Verfügbarkeit, bzw. dem Fehlen derselben leiten lassen: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%BCtzter_Bindestrich#Verf.C3.BCgbarkeit

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